Urteile: 1-1 |

24 Stunden Behandlungspflege (Beatmung)

LSG Hessen | Urteil vom 09.12.2010 | Az: – L 1 KR 187/10 –

Rechtsgebiet(e): Krankenversicherungsrecht
Quelle: SGB V § 37 II 1; SGB XI §§ 13 II, 31, 36, 37


Leitsatz: Bei Beatmungspflegepatienten, die einer 24-stün-
digen Beatmungspflege durch ein qualifiziertes Pflegeperso-
nal bedürfen, kommt eine Anrechnung von Zeiten der Grundpflege auf die Zeiten der Behandlungspflege nicht in Betracht, wenn die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung durch Angehörige erbracht werden. Der An-
spruch auf häusliche Krankenpflege und Pflegegeld stehen insoweit nach Leistungserbringung und Zuständigkeit ge-
trennt uneingeschränkt nebeneinander.

SG Kassel, Urt. v. 11.07.2007 – S 12 KR 302/06 –verpflich-
tete d. Bekl., die Tochter der Kl. im Zeitraum vom 01.10.2006 bis 30.09.2007 im gesetzlichen Umfang über die bisherige vorläufige Leistungserbringung hinaus endgültig von den Kosten der der Tochter verordneten 24-stündigen Behand-lungspflege freizustellen. Das LSG wies die Berufung unter Abänderung des Tenors im Wesentlichen zurück.

Vgl. BSG, Urt. v. 17.06.2010 - B 3 KR 7/09 R - und aus der Instanzenpraxis zuletzt RID 10-03-B.VII.1 (S. 54 f.); LSG Bayern, Beschl. v. 29.01.2010 – L 5 KR 404/09 B ER – RID 10-02-133; LSG Baden-Württemberg, Urt. v. 15.05.2009 - L 4 KR 4793/07 – RID 09-03-124 (Revisionsentscheidung: BSG, aaO.); RID 09-01-B.VIII.1. u. 2 (S. 55 f.).